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| Hubert von Goisern |
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Die 77x12 m große Barge kommt aus Oltenita in Rumänien und wurde 1992 von der Brandner GmbH gekauft. In Österreich angekommen, wurde das Frachtschiff wieder auf Vordermann gebracht und beförderte seitdem vor allem Sand- und Kiestransporte. Bis es Hubert von Goisern für sich „entdeckte“, es mit einer hydraulisch verstellbaren Bühne und zwei großen LED-Wänden versah und damit auf eine ganz außergewöhnliche Tour ging. Bereits letztes Jahr startete der „Alpenrocker“ aus Österreich, der mit seinem „Hiatamadl“ den großen Durchbruch hatte, in Amsterdam und schipperte dann durch Osteuropa. Dabei legte er immer wieder in verschiedenen Häfen an und gab Hafenkonzerte der besonderen Art – oftmals zusammen mit heimischen Künstlern. Dieses Jahr nun setzt Hubert von Goisern seine ungewöhnliche Tournee fort und schippert durch Westdeutschland. Dabei wird er auch am 22 August in Schweinfurt anlegen, wo er an der Lände Blum zu hören sein wird. Im Vorfeld haben wir den Musiker auf seinem Schiff besucht und in lockerer Runde über seine ehrgeizige und außergewöhnliche Tournee gesprochen. Sie waren bereits letztes Jahr mit dem Schiff auf Tournee. Was hat sie dabei am meisten bewegt oder beeindruckt? Hubert von Goisern: „Das wir überhaupt gefahren sind, war sicherlich das am beeindruckendste. Denn die Tournee war so außergewöhnlich und wir konnten nicht davon ausgehen, dass es überhaupt klappen wird. Es gab eine unglaublich lange Vorbereitungsphase, die fast zwei Jahre dauerte, bevor wir dann den Anker gelichtet haben. Dies war für mich das Schönste, das wir das Ding vom Stapel gelassen hatten – trotz aller Widrigkeiten. Ich habe gehört, dass es in etwa 15 Projekte ähnlicher Art gegeben hat, von denen in den letzten zehn Jahren keines umgesetzt worden ist. Inzwischen weiß ich warum!“ Erzählen uns mehr von ihrer letzten Reise durch Osteuropa „Die ganze Reise war ein einziges Hochgefühl. Allerdings muss ich zugegeben: die Reise war mit sehr viel Stress verbunden. Ich hatte zwischendurch sogar Alpträume. Wir hatten mit schweren Unwettern zu kämpfen. Dabei ging sehr viel kaputt. Wir hatten aber gottseidank keine Personenschäden zu beklagen. Aber alles in allem sind wir alle sehr bereichert und ein Stück weiser zurückgekommen.“ Wie sind sie auf diese Idee gekommen, mit dem Schiff auf Europatournee zu gehen? War es ein Marketinggag oder mehr ein Wunschtraum? „Die Ur-Idee entstand vor elf Jahren, als ich in Ostafrika am Tanganjikasee mit einheimischen Musikern bzw. mit Musikern aus Flüchtlingslagern ein kleines, aber sehr völkerverbindendes Festival gegeben hatte. Damals wollte ich rund um den See ein größeres Konzert aufziehen. Denn ich wollte mit Menschen, die aus verschiedenen Kulturkreisen kommen, gemeinsam Musik machen. Mir geht es dabei hauptsächlich Menschen zu verbinden, die zwar in enger geographischer Nähe wohnen, aber dennoch sehr wenig voneinander wissen. Auch in Europa gibt es meiner Meinung nach noch einen großen Nachholbedarf an einander kennenlernen. Ich persönlich beispielsweise kannte viele Gebiete in Osteuropa so gut wie gar nicht, ehe ich dieses Projekt begonnen hatte.“ Wirkte sich die Reise auf ihre Musik inspirierend aus oder hatten sie eher eine komponistische Blockade? „Nein. Ich glaube die Reise war sehr befreiend und zwar für alle die an Bord kommen und spüren, dass hier eine andere Zeit, eigentlich gar keine Zeit eine Rolle spielt. Das ist eine Entschleunigung und wenn man anfängt ruhiger zu atmen, dann fällt auch die Panik ab, dass man etwas falsch machen könnte.“ Was ist das besondere an einer Schiffsbühne? Es gibt sicherlich auch wunderbare Open-Air-Situationen rund um Seen. Aber was hier noch dazukommt ist die Geschichte, die das Schiff hat. Diese Reise, die es schon gemacht hat. Seit über einem Jahr ist das Schiff unser Reich. Und das schwingt mit, wenn wir auf die Bühne gehen. Diese Vergangenheit, diese Geschichten und vor allem die vielen Begegnungen die schon stattgefunden haben.“ Am Ende August ist die Tournee zu Ende. Würden sie die Reise noch einmal machen, oder aber haben sie vom Wasser erst einmal genug? „Am liebsten würde ich die Tournee nächstes Jahr gerne fortführen und zwar in Richtung schwarzes Meer. Schließlich haben wir bisher gute Pionierarbeit geleistet und wissen nun, was wir anders machen müssen, damit es noch besser klappt. Auch haben wir viele Einladungen bekommen, wiederzukommen. Aber es ist so ein unglaublicher Kraftakt, der zudem finanziell sehr aufwendig ist. Daher kann ich mir derzeit nicht vorstelle, dass ich so eine Tour noch einmal machen werde. Dennoch spekuliere ich noch immer darauf, dass es jemanden gibt, der die Technologie, die hier entstanden ist, abkauft und das Projekt irgendwie fortführt. Dazu bräuchte es jemand, der es sich finanziell leisten kann. Denn wir können es so leider nicht erhalten. Wir werden es abbauen und wahrscheinlich zum Schrottpreis verkaufen müssen. Die Erhaltung allein würde den Rahmen sprengen. Und ich sehe mich eigentlich schon als Künstler und Musiker, der komponieren und schreiben möchte und nicht als einer, der die nächsten Jahre noch Türklinken putzen muss, um zu schauen, wer das Projekt unterstützen möchte.“ Noch auf ein Wort zu ihrem Album. Sie nennen es „S'Nix“. Es ist aber alles andere als nix. Es ist sehr ausdrucksstark und sehr kraftvoll. Viele bezeichnen es jetzt schon als eines ihrer besten Alben. Wie stehen Sie selbst dazu? „Ich empfinde es auch als eines meiner Besten, obwohl es jetzt wohl noch viel zu früh ist, um darüber zu reflektieren. Ich hatte schon beim Produzieren und Komponieren ein sehr gutes Gefühl. Auch fühle ich mich sehr wohl dabei, wenn wir die Lieder spielen. Ich bin neugierig, welchen Weg es gehen wird. Es ist irgendwie wie mit Kindern, die außer Haus gehen. Man weiß nie, was aus ihnen wird und ob sie angenommen werden. Es gibt sehr viele tolle Sache auf dieser Welt, von denen wir nichts wissen, weil die Fülle der Information schon so groß ist, dass wir uns schwer tun, das herauszufinden, was uns interessiert. Da kommen dann die Medien ins Spiel. Gerade Radiostationen. Wenn die Lieder nicht gespielt werden, dann wird auch mein neues Album nur meinen Fan-Kreis, der gottseidank groß genug ist, bekannt sein. Aber im Herbst, weiß ich sicherlich mehr.“ |
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